Ein Rechter kommt selten alleine

Mario Eustacchio, „Sicherheits“-Stadtrat und selbsternannter Sheriff der Stadt Graz mit höchstpersönlicher Erlaubnis von SPÖ und Nagl-ÖVP, lässt sich gelegentlich bei linken Veranstaltungen zum Thema Rechtsextremismus blicken. Und auch diesen Montag bereitete er uns das (Un-)Vergnügen, gemeinsam mit seinem Burschenschafteranhang, denn ein Rechter kommt selten alleine.  Jedenfalls war sein Auftauchen samt Rudel und CV-Begleitung selbst schon geeignet für eine Feldstudie. Bei der  Veranstaltung der Jungen Grünen Steiermark zur kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und Ideologie der Burschenschaften in Österreich hat Eustacchio sich wieder einmal aus dem Publikum heraus zu Wort gemeldet: „Eine Burschenschaft ist etwas viel größeres als die FPÖ, ich werde immer zuerst Burschenschafter und dann erst Politiker sein. Die Burschenschaft hat alle Systeme überlebt und wird alle Systeme überleben.“ Da sieht man, wes Geistes Kind doch der Herr ist  – Nach einem Vortrag über die menschenverachtende Ideologie großer Teile der Burschenschaften, ihre Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus (80% der Burschenschafter waren in der NS-Zeit NSDAP-Mitglieder), ihren Antisemitismus, der bis in die Gegenwart reicht, ihr sexistisches männerbündisches Weltbild und vieles mehr. Eustacchio, der gerne auf galant macht und den FPÖ-Sprech gelegentlich auch abschwächt, der darum von ÖVP und SPÖ als anscheinend “liberal“ hofiert wird, zeigt für mich seinen Größenwahn und dass er Überzeugungstäter ist. In Anbetracht dessen, dass gerade Burschenschaften eine Scharnierfunktion zwischen Rechtsextremismus/Neonazismus und der FPÖ ausüben und einer solchen Aussage, die die FPÖ zum bloßen Instrument der Burschenschaften macht, muss man sagen: Der ist gefährlich.

Warum so jemand bzw. die FPÖ von der Grazer „Sozialdemokratie“ ins Amt gehoben wird? Aja, Machterhalt. Jedenfalls kann man den Antifaschismus der SPÖ wie die Nadel im Heuhaufen suchen gehen. Wiedermal. Aber Hauptsache, sie marschiert wieder auf wenn es um die Alljährliche Erinnerung an den Austrofaschismus geht, egal ob der Neo-Faschismus in der Türe zu Europas politischem Salon steht. In Österreich stehen sie ja schon drinnen, siehe Hofburg, Stichwort WKR/Akademikerball, der ja  zur Vernetzung der extremen Rechten in Europa die letzen Jahre beigetragen hat. Salonfähig ist die extreme Rechte aber nicht durch sich selbst, sondern durch die sozialdemokratischen und konservativen Regierungen geworden.

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4 Kommentare on “Ein Rechter kommt selten alleine”

    • cengizkulac sagt:

      Ja nur was hat das konkret mit meinem Beitrag zu tun. Abgesehen davon muss sich ein Rechtsruck nicht in Form von Wahlergebnissen niederschlagen…


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